22. März 2019

Gerbera

Gerbera (Gerbera jamesonii)

Die Gerbera war früher, damit meine ich vor über 300 Jahren, auch als GerberaAfrikanische Aster bekannt. Sie gibt es in einer schier nicht enden wollenden Farbpalette, bestehend aus fast allen Gelb- und Rot-Tönen sowie Mischungen von beiden. In den Niederlanden werden jährlich gut 900 Millionen Gerbera in 600 verschiedenen Sorten und in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen kultiviert.Traugott Gerber

Die einzelnen Blütenblätter der Gerbera jamesonii, nicht die der Gerbera-Hybriden, können als wunderschöne dekorative Elemente zu allen Sorten grünen Salates genommen werden. Der Namen Gerbera stammt von dem jungen Arzt und Botaniker Traugott Gerber (rechtes Bild). Ihm zu Ehren wurde diese Staude im Jahre 1737 Gerbera genannt.

Traugott Gerber war 1735 bereits mit 25 Jahren Direktor des damals größten Botanischen Garten in Moskau. Das GerberaBild zeigt das jetzige Hauptgebäude des 130 Hektar Botanischen Botanical Garden MoscowNikolai-Zizin-Gartens von Moskau. Der Garten gehört heute der biologischen Abteilung der Russischen Akademie der Wissenschaften.

Es folgen einige wunderschöne Exemplare der Gerbera-Staude (Stauden sind mehrjährige ausdauernde krautige Pflanzen, deren oberirdische Pflanzenteile im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen, sondern krautig weich sind und in der Regel nach jeder Vegetationsperiode absterben).

Die Gerbera liebt das Licht. Kommt das Licht von rechts, wächst sie nach rechts. Kommt das Licht von links, dann … nun, Sie können es sich denken! Die Folge: krumme Stiele. Liegt die Gerbera in einem umgedrehten Karton, kann sie nicht zum Licht wachsen. So verhindert der Florist also, dass die Stiele der Gerbera krumm weiterwachsen. Eine Gerbera mit  krummem Stiel ist in einem Strauß oder Gesteck nämlich nur schwer zu verarbeiten.

Für Technik-Freaks: Die japanische Firma Let’s Corporation hat sich gerade einen ganz besonderen Gag ausgedacht, bei dem die Gerbera sehr gut die GerberaHauptrolle spielen kann: Sie hat eine Vase auf den Markt gebracht, in der sich die Blumen in Lautsprecher verwandeln. In der “Ka-on” (auf Deutsch = Blumenklang) ist auf dem Boden ein Magnet mit einer Drahtspule eingearbeitet. Wenn die Ka-on an CD-Spieler angeschlossen wird, werden die Vibrationen der von den Geräten erzeugten Klänge durch die Stiele der in der Ka-on stehenden Blumen zu den Blütenblättern weitergeleitet. Auf diese Weise sollen die Blumen dann den Klang im ganzen Raum verbreiten, und die Gerbera soll neben den Sonnenblumen die Blume sein, die den besten Sound liefert. Laut Masumi Gotoh, dem PSonnenblumeräsident der Let’s Corporation, sollen die so erzeugten Klänge außergewöhnliche Entspannung vermitteln.

Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass die Gerbera giftig sein soll. Das entspricht jedoch nicht den Tatsachen. Weder Blüte noch Stiel der tropischen Pflanze enthalten Giftstoffe, die für Mensch oder Tier gefährlich werden könnten. Auch die vielen, zum Teil sehr kräftigen Farben üben eine starke Anziehungskraft auf Kinderhände und Vogelschnäbel aus.

Vermubehaarter Gerbera-Stängeltlich glauben deshalb so viele Eltern und Tierfreunde, dass die Zimmerpflanze Gerbera giftig ist, essbare Pflanzeobwohl keines der  Pflanzenteile Giftstoffe enthält. Selbst, wenn ein Kind einmal Blätter oder Blüten in den Mund steckt, besteht keine Vergiftungsgefahr. Diese Blüte kann in Salaten als Garnierung oder fein geschnippelt verwendet werden.

Die langen Stängel der Gerbera sind bei einigen Sorten mit vielen kleinen Härchen besetzt. Sie wirken fast wie ein Flaum und fühlen sich in der Hand gut an. Vielleicht ist die Pflanze deshalb so beliebt bei kleinen Kindern, Katzen und Kleintieren.

Schnittblumen, die für die Verarbeitung in der Floristik aufbewahrt werden, lagert man meistens in Räumenn mit sehr Poinsettie, Weihnachssternhoher Luftfeuchtigkeit (zwischBrassia, Spinnenorchideeen 85 und 95 Prozent). Diese Feuchtigkeit in der Umgebung Anthuriegewährleistet, dass der Wasserverlust der Pflanze möglichst gering gehalten wird und dass sie sich somit möglichst lange hält. Außerdem erfolgt die Lagerung üblicherweise sehr kühl (zwischen zwei und vier Grad Celsius), da so die Atmung und das Wachstum von Mikroorganismen  stark verlangsamt werden. Nicht üblich ist eine so kühle Lagerung bei Orchideen, Anthurien, Poinsettien und Gerbera, da diese Pflanzen auf eine kühle Umgebung nicht gut reagieren. Ebenfalls berücksichtigt werden natürlich die Maßnahmen zur Vermeidung von Kontakt mit Ethylengas: Schnittblumen werden nicht in der Nähe von Obst, Gemüse oder Blumen gelagert, so weit sich dies vermeiden lässt. Für den privaten Verbraucher bedeutet dies, dass er natürlich echte „Blumenfelder“, wie sie zu einem besonderen Anlass durch viele Geschenke entstehen können, nach Möglichkeit vermeiden sollte – verteilen sie ihre Sträuße über die gesamte Wohnung, egal, wie reich sie beschenkt worden sind, wenn sie möglichst lange Freude an ihnen haben wollen.

 

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