23. Mai 2019

Feigenbäume

1.Ficus elastica

Ficus elastica in CadizDiese Ficusart, ebenenfalls zu den Maulbeergewächsen zählend, kennt sicher jeder. Als pflegeleichte Pflanze in Treppenhäusern,Büros und Verkaufshallen. Aber wie groß können diese Gummibäume werden? Hier erst einmal zwei  Bilder von solchen Ungetümen, aufgenommen in Velez Málaga und in Cadiz.

mehrere hunder Jahre alter Gummibaum Das Alter wird auf etwa 1000 Jahre geschätzt. Genau weiß dies kein Mensch. Die Äste dieses Ficus elastica sind dicker als sonst übliche riesengroße Baumstämme und müssen, da sie zum Teil waagerecht verlaufen, alle 8 bis 10 Meter durch stabilisierende abstützende Betonpfosten in ihrer Position gehalten werden.  Ein normal großer PKW

selbst gezogener Gummibaum (siehe Text)

scheint auf diesenBildern wie ein Spielzeugauto zu wirken. Der 3,5 Meter große Gummibaum rechts wurde im Jahre 2000 unter Verwendung eines frischen Triebes in Deutschland groß „gezogen“ und  Mein selbst gezogener Gummibaumdann als etwa 2 Meter Gummibäumchen wieder zurück nach Andalusien gebracht und dort, wo er jetzt steht, groß werden lassen. Die Aufnahme ist von 2007. Damals musste der Stamm noch wegen des zarten Stammes und der schweren Blätterkrone mit Stöcken aus Holz und Stahl gestützt werden. Im Laufe der Jahre entfielen dan nach und nach die Stabilisierungen. Durch die ständig Bewegungen (Wind und Wetter) hat sich mittlerweile der Stamm zu einem stabilen Stamm jeden Sturm trotzend entwickelt. Ob er auch tausend Jahre alt wird? Ich werde es kontrollieren.

Ast muss mit Betonpfeilern gestützt werden

Der Stamm ist unregelmäßig und entwickelt Luftwurzeln und Brettwurzeln zur festen Verankerung im Boden und zur Abstützung der Gummibaum in Caleta de Velezschweren Äste.

Bei Verletzung geben die vegetativen Pflanzenteile reichlich weißen Milchsaft (Latex) ab. Da er für Latexallergiker ein Auslöser allergischer Reaktionen bis hin zu anaphylaktischen Reaktionen sein kann, sollten diese ihn meiden. Die neuen Nebenblätter umhüllen zum Schutz das sich entwickelnde neue Blatt. Der bei Verletzungen austretende, weiße Gummisaft („Latex“) kann zur Gummiherstellung verwendet werden. Zur kommerziellen Latexgewinnung wird jedoch der Kautschukbaum eingesetzt.

 


2. Ficus Carica

Die Ficus caricaEchte Feige (Ficus carica) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Feigen (Ficus). Sie zählt zu den ältesten domestizierten Nutzpflanzen und wird im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Sie hat wie alle Feigen eine komplexe Bestäubungsökologie. Die Feige wächst als sommergrüner und laubwerfender Strauch oder kleiner Baum mit einer Wuchshöhe von 3 bis zu 10 Metern. Die Krone ist bei alten Individuen sehr breit und ausladend, jedoch unregelmäßig und niedrig. Der Stamm ist oft knorrig, gedreht oder gebogen. Die reiche Verzweigung beginnt schon in geringer Höhe. Die Zweige sind stark und gerade. Die gräulich-braune Borke besitzt deutliche erkennbare Lentizellen. Die Rinde ist glatt, hellgrau. Die ganze Pflanze führt Milchsaft.

Blüten der Echten Feige, Ficus carica

Feige, fast noch Blüte

Feige mit Öffnung für FeigenwespeDie Blütenökologie ist bei der Echten Feige noch komplizierter als bei der Gattung Feigen generell, da hier  nicht nur Feige und Feigenwespen interagieren, sondern zusätzlich zwei Feigenvarietäten zusammenspielen müssen. Wie bei allen Feigen werden die Blüten durch eine 2 bis 3 Millimeter große Gallwespenart, die Feigengallwespe (Blastophaga psenes), bestäubt. Die Blüten sind äußerlich nicht sichtbar.

Der männliche Blütenstand (Profichi) ist aus zwei Dritteln kurzgriffeligen, weiblichen Gallenblüten, die am Grunde des Achsenbechers stehen und einem Drittel männlichen Blüten im BereicFeigen, Ficus caricah des Ostiolums aufgebautFeige, Ficus carica. Das geflügelte Feigenwespenweibchen wird chemotaktisch angelockt und dringt in das Synconium durch das Ostiolum ein. Der Rand des Ostiolums ist mit schuppenförmigen Hochblättern versehen, so dass die Weibchen beim „Hineinzwängen“ meist ihre Flügel und Teile ihrer Antennen und Beine verlieren. Sie legt dann mehrere hundert Eier, indem sie ihren Legestachel durch das Gewebe des Griffels bis zur Samenanlage der kurzgriffeligen Blüten bohrt. Längsschnit durch eine FeigeDanach stirbt sie. Nach einigen Wochen der Larvenentwicklung schlüpfen zuerst die flugunfähigen Männchen. Sie durchbohren dann die Gallenwand der noch nicht geschlüpften Weibchen und begatten diese durch die kleine Öffnung. Anschließend fangen sie an Löcher in die Wand des Synconiums zu bohren. Entscheidend für die zeitliche Abfolge ist, dass im Synconium die CO2- Konzentration bis auf zehn Prozent ansteigt. Dies hemmt sowohl die Entwicklung der weiblichen Feigenwespen als auch die der männlichen Blüten. Die Männchen dagegen werden bei niedrigem CO2-Gehalt inaktiv und begatten die Weibchen nicht. Dadurch dass die Männchen nun einen Tunnel nach draußen bohren, sinkt der CO2-Gehalt langsam, indem einFeigenwespe Ausgleich mit der Außenluft erfolgt. Wenn der CO2-Gehalt weniger als zwei Prozent beträgt, schlüpfen die Weibchen und die Staubblätter der männlichen Blüten werden reif. Wegen des Platzmangels in der Feige werden die Weibchen passiv mit Pollen beladen. Die Weibchen werden Feigenquerschnittnun chemotaktisch durch den weiblichen Blütenstand (Fichi) angelockt, der nur aus fertilen, langgriffeligen Blüten aufgebaut ist . Sie gelangen wieder durch das Ostiolum in den Becher, können aber keine Eier ablegen, weil die Griffel länger sind als die Legestacheln der Wespen. Allerdings bestäuben sie durch den mitgebrachten Pollen die Blüten. Ihre Eier legen sie in der dritten Feigengeneration (Mamme) ab und überwintern hier. Dieser Blütenstand besteht aus fertilen, kurzgriffeligen weiblichen Gallenblüten.  Im nächsten Frühjahr schlüpfen weibliche und männliche Gallwespen. Die Weibchen werden in der MammeFeigeninneres befruchtet, verlassen sie, finden die Profichi und legen dort die nächste Wespengeneration ab, die beim Verlassen der Profichi wieder den Pollen auf die Fichi-Blüten übertragen. Ich danke der Phillips Universität Marburg für diese perfekte Erklärung. Beim Vergleich der Ficus pumila mit der Ficus carica fällt auf, dass die „Innenleben“ der Feigen sehr ähnlich sind. Siehe auch Aufnahmen von der Kletterfeige (Ficus pumila) – weiter unten.


3. Ficus pumila

Ficus pumila, Kletterfeige (syn. F. repens) ist eine mit Wurzeln kletternde immergrüne ausdauernde Kletterpflanze.  Die Blätter der kletternden Pflanze sind schief eiförmig, dünn ledrig, dunkelgrün, bis 5 cm lang. Die Blätter an nicht kletternden frei hängenden Ästen

 

hingegen sind länglich bis elliptisch oder eiförmig, ledrig, glänzend, bis 10 cm lang. Die birnenförmigen meist einzeln stehenden länglichen bis zylindrischen dicht behaarten Feigenfrüchte sind bis 6 cm lang, grün mit weißen Punkten und werden später purpur.

Die Blütenanordnung und Scheinfruchtentwicklung ist anhand der Ficus pumila, der Kletterfeige gut zu demonstrieren. Auf den Bildern erkennt man am distalen Ende die noch offenen Blütenstände, die sich in ihrer Gesamtheit wie auch bei F. carica, der gut schmeckenden Feige, zu den

Scheinfrüchten entwickeln. Im Längsschnitt ist die Vielzahl eingeschlechtlicher Blüten zu erkennen ist. Auf der Nahaufnahme sieht man besonders gut die roten weiblichen Blüten und die Stamina der männlichen Blüten. Diese sind an der hellen fast weißen Färbung gut zu erkennen.


4. Ficus macrophylla,

Großblättrige Feige

genannt, ist eine Art der Untergattung Ficus macrophylla aus der Gattung der Feigen (Ficus) und stammt aus dem Nordosten Australiens und man nennt ihn daher auch

Australischer Gummibaum

Die Großblättrige Feige wächst als großer, immergrüner Baum und erreicht Wuchshöhen bis zu 55 Meter bei einem Stammdurchmesser von bis zu 2 Meter. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind 5 bis 10 cm lang gestielt. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 10 bis 25 cm und einer Breite von 7 bis 10 cm breit-elliptisch bis länglich und endet spitz oder mit einer aufgesetzten, stumpfen Spitze, an der Basis ist sie keilförmig oder leicht abgerundet. Die Blattunterseite ist rötlich behaart, die Behaarung verliert sich mit der Zeit. Auf jeder Seite der Hauptader zweigen 13 bis 16 Blattadern ab.

 

Ficus macrophylla

Der Blütenstand ist, wie von der Echten Feige (Ficus carica) bekannt, ein Syconium. Die Blütenstände stehen zu zweit beisammen, sie sind rundlich oder etwas länglich mit einer Länge von 1,8 bis 2,5 cm und einem Durchmesser von 1,5 bis 2,4 cm. Der Blütenstandsstiel misst 2 bis 2,5 cm bei einem Durchmesser von 0,6 cm, an ihm sitzen zwei breit-ovale Hochblätter.

 

Die Öffnung der Feige ist sehr klein und kaum über die Oberfläche der Frucht erhaben, rund um die Öffnung sind drei kleine Lappen angeordnet. Die männlichen Blüten sind gestielt und besitzen drei oder vier Blütenhüllblätter.

Dieser Australische Gummibaum hat einen alten ausgetrockneten Stamm als Wirt

Die weiblichen Blätter haben nur einen kurzen Stiel und meist drei Blütenhüllblätter, der kurze Griffel trägt eine ungeteilte Narbe. Die Blütenstände sind noch grün, die Früchte werden später dunkelrot mit gelblich-grünen Flecken. Die Großblättrige Feige wird als Ziergehölz kultiviert. Verwendet wird sie in Kalifornien, Florida, Hawaii und in Neuseeland. Im 19. Jahrhundert wurde die Großblättrige Feige auch nach Europa importiert. Der Botaniker Antonino Borzì, Direktor des Botanischen Gartens Palermo, beschrieb die Art 1897 und gab ihr den Namen Ficus magnolioides, weil ihre Blattform der einer Magnolie ähnelt.


5. Ficus benjamina

Auch diese Feige, sie wird gern

BirkenfeigeBirkenfeige, Ficus benjamina

genannt, gehört wie die oben besprochene leckere Feige zu den Maulbeergewächsen. Er ist schwach giftig und wird als Baum bis zu 8 Metern hoch. Die meisten von uns kennen die Pflanze als pflegeleichte immergrüne Pflanze im Büro stehend und wenig Arbeit machend. Die Früchte des Benjamin-Baumes sind orangefarben und bis zu 2 cm groß.

 

"Früchte" der Birkenfeige

In warmen Ländern findet man den Benjaminbaum mit einem Stammdurchmesser von bis zu einem halben Meter.  Auch dieser Stamm ist wie beim kleinen Bruderhellgrau und glatt.

In warmen Ländern findet man den Benjaminbaum mit einem Stammdurchmesser von bis zu einem halben Meter.  Auch dieser Stamm ist wie beim kleinen Bruder hellgrau und glatt.

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