21. September 2019
News-Ticker

Hibiscus, Baumwolle, Kakao und vieles mehr

Ceiba pendandra, Wollbaum, 77 Meter hoch, über 500 Jahre alt, steht in Freetown-Sierra LeoneEin 77 Meter großes Malvengewächs oder den Kakao-, Affenbrot- und  Florettseidenbaum, die Baumwolle, den Gemüseeibisch oder die Stockmalve und viele mehr zeige ich von dieser Familie. Viele der über 4000 Arten werden in der Medizin, der Industrie oder zu Tees genutzt. In Parks, Gärten und Räume sind diese wunderschönen Pflanzen sehr beliebt. Rechts ein Ceiba pendandra, auch ein Malvengewächs. Das “Gewächs” findet man in Freetown, Sierra Leone, auf der Kreuzung crossing of Siaka Stevens Street, Pademba Road, Independence Avenue and Walpole Street. Diese Malvacea ist 77 Meter hoch und wohl über 500 Jahre alt, also doppelt so alt wie Freetown selbst.

Ich möchte hier nur die nachfolgenden 10 Gattungen von über 200  besprechen: In der Gattung der Malven  und des Hibiskus werden je 3 Arten beschrieben.

 

 


  •  

    Malven

  • Rosenmalve

Rosenmalve, Malva alcea, Siegmarswurzauch Malva alcea genannt wächst als sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 50 bis 125 Zentimetern erreicht. Die Rosen-Malve blüht vom Juni bis in den Herbst. Die Blüten sind bei einem Durchmesser von 4 bis 7 Zentimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf tief ausgerandeten Kronblätter sind rosafarben bis hell purpurviolett, selten weiß, und 20 bis 35 Millimeter lang. Die vielen Staubblätter sind – typisch für alle Malven – zu einer etwa 1 Zentimeter langen, den Stempel umgebenden Röhre verwachsen.

Die Malve gehört in Südeuropa zu den ältesten Nutzpflanzen und wurde schon im 8. Jahrhundert v. Chr. erwähnt. Unter den Phytogoreern galt die Malve als heilig und durfte nicht gegessen werden. In den hippokratischen Schriften wird dann die Malve als erweichendes Mittel erwähnt und wurde nicht nur in der Medizin eingesetzt (wie noch jetzt), sondern auch als Gemüse verzehrt.

Halsschmerzen:

Die Blätter sind demulcent, das bedeutet, sie können auch lindernd als Mundwasser für entzündlicheRosenmalven und katarrhalische Zustände verwendet werden.

Einreibung:

Wenn man die frischen Blätter zerkleinert, erhält man einen schleimigen Saft, der direkt auf die befallenen (entzündeten) Hautstellen, verursacht durch einen Insektenstich, aufgetragen wird.

Badezusatz:

In das Badewasser gibt man eine Hand voll Salz und 2 Hände voll frischer Blüten. Wenn sich das Wasser verfärbt und angenehm duftet hat man ein herrliches Entspannungsbad.

Küche:

Blätter können roh oder gekocht verzehrt werden und haben einen milden, angenehmen Geschmack. Die Blätter sind schleimig und ziemlich langweilig. Sie eignen sich sehr gut für einen Zusatz zum Salat. Auch die wunderschönen RosenmalveBlüten können solo oder im Salat roh gegessen. Sie sind immer eine sehr dekorative Ergänzung in der Salatschüssel, haben einen milden Geschmack und eine Textur ähnlich den Blättern. Wie die Blüten kann auch der Samen roh gegessen werden. Der noch nicht voll ausgereifte Samen hat einen angenehmen nussigen Geschmack, aber es ist eher klein und kniffelig zu ernten.

Industrie-Nutzen: 

Aus den Fasern, die aus dem Stamm gewonnen werden, können Seile und Taue hergestellt werden. Creme,Malven-Cremeaus Malvenextrakten hergestellt (z. B. bei der schweizer Firma Just), ist beliebt bei der täglichen Gesichtshautpflege. Sie hat eine beruhigende und feuchtigkeitsspendende Wirkung. Vor etwa 150 Jahren hat man Malven zum Färben von Wein (Rotwein) genommen. Die Malve wird auch zur Herstellung natürlicher Farbstoffe verwendet. Die Blüten geben einen gelben Farbton. Aus dem Samen, welcher 15% Öl enthält, werden cremefarbene, gelbe und grüne Farbstoffe extrahiert. In der Lebensmittelindustrie nutzt man die Blüten heutzutage zum Färben.

Spricht man heute von der Malve bzw. der Echten Malve, wird entweder die wilde Malve (Malva sylvestris) oder die Weg-Malve (Malva neglecta) gemeint.


  • Malven
  • Wegmalven

Weg-MalveDie Weg-Malve (Malva neglecta) gehört zur Unterfamilie der Malvoideae innerhalb der Familie der   Malvengewächse (Malvaceae) und wird auch Feld-Malve, Gemeine Malve, Gänse-Malve, Gänsepappel, Hasenpappel, Käsepappel,Käslikraut, Rosspappel, oder Schwellkraut genannt. In Notzeiten wurde diese Pflanzenart als Gemüse und Mehllieferant verwendet, auch gelegentlich als Heilkraut.

Es erfolgt Selbst- oder Insektenbestäubung mit Bienen oder Fliegen. Die Diasporen werden mit dem Wind oder Telfrüchte der Malva neglecta als Kletten verbreitet. Von der Wegmalve ernähren sich Rostpilze und Raupen mancher Schmetterlingen. Die Weg-Staubfadenröhre der Weg-MalveMalve gedeiht am besten auf nicht zu trockenen Böden.  Da sie stickstoffliebend ist, wächst sie gern in Stallnähe und bei Komposthaufen. Sie verträgt weder Salz noch Schwermetalle. Die Blätter der Weg-Malve enthalten Vitamin C, die Blüten Tannin. In der Pflanze wurde Octacosan, Alkaloid und Saponin (allgemein) gefunden, sie hat einen gewissen Gehalt an Antioxidantien. Bei der Verwendung in der Küche ist ein möglicher hoher Nitratgehalt, ähnlich wie bei Rucola, zu beachten. InFrucht der Weg-Malve der Küche eignen sich junge Blätter der Weg-Malve hervorragend als Salatersatz, oder gekocht als Gemüse oder zum Andicken von Suppen, da die Blätter beim Kochen eine schleimige Konsistenz bekommen. Auch die unreifen Samen können roh als Snack oder gekocht verwendet werden, sie haben einen nussigen Geschmack. Die Früchte schmecken ähnlich wie Käse und wurden in Notzeiten zu Mehl verarbeitet. Der Wurzelsud ist als Eiweißersatz verwendbar. In Pakistan wird die Pflanze für das Gericht namens ‚panerak‘ benötigt.

 


  • Malven
  • Wilde Malve

wilde Malve hat BesuchSowohl die wilde Malve (Malva sylvestris) als auch die Weg-Malve (Malva neglecta) zählen zur Gattung der Echten Malven (Malva), die zwischen 20 und 30 Arten umfasst. In Deutschland wird häufiger auch die Moschusmalve (Malva moschata) und gelegentlich die kleinblütige Malve (Malva pusilla) angetroffen, die jedoch deutlich kleiner werden und für eine Nutzung als Heilkraut kaum Wilde Malvein Frage kommen. Auch wenn die Malve als Küchenkraut nur wenigen bekannt sein dürfte, ist sie dennoch essbar und nutzbar. In früheren Zeiten wurden junge Malvenblätter u.a. in Salaten verarbeitet. In einigen südeuropäischen Ländern, z.B. Spanien oder Italien werden Malvenblätter jedoch auch mitgekocht oder sogar mit angebraten. Die hauptsächliche Anwendung der Malve liegt in der Behandlung von Erkältungsbeschwerden sowie bei wilde MalveEntzündungen im Rachen- und Mundraum. Es sind vor allem die in der Malve enthaltenden Schleimstoffe, die die Heilwirkung des Krauts ausmachen. Die Malve hat folgende Wirkungen auf unseren Organismus: reizlindernd, schleimhautschützend, antibakteriell und  antientzündlich. Interessant ist vor allem die antibakterielle Wirkung der Malve, vor allem da in vielen Fällen nur von den Schleimstoffen die Rede ist. Auf einige Bakterienstämme, u.a. Staphylococcus aureus, Entrococcus faecalis und Erwinia carotovora scheinen Malvenextrakte einiges bewirken zu können. Daher ist der Malven-Blüten-Tee sehr beliebt. Manche Malven-Arten werden aufgrund ihres Aromas in der Industrie vor allem für Kosmetikartikel verwendet.

Aus der violett blühenden Wilden Malve (Malva sylvestris) isolierte Richard Willstätter 1915 erstmals den Anthocyan-Farbstoff Malvidin, das darin in großen Mengen enthalten ist.

Anthocyan (Malvidin)

 

Pflanzen mit Anthocyan

 

Früher wurden hiermit beispielsweise Wein, Likör, Süßspeisen, Lebensmittel und Textilien gefärbt, heute hat es keine Bedeutung mehr. Mit der Pflanze kann man violettblau bis grau färben.

Die Ausbreitung der Teilfrüchte einer wilden Malve ist eng an Regenwetter gebunden. Bei Nässe quillt der Kelch aufgrund von Wasseraufnahme regelmäßig auf, öffnet sich und setzt die reife Frucht dem Regen aus. Durch die Kraft der herunterfallenden Regentropfen werden die Teilfrüchte voneinander getrennt und mit dem Wasser verbreite. Man nennt diese Ausbreitung von Pflanzensamen mittels Regentropfen

Ombrochorie 

Da auch die Nüsschen bei Nässe aufquellen und hierdurch eine schleimig-klebrige Konsistenz annehmen, können sie auch über Tiere, an deren Fell sie sich heften, verbreitet werden.

Gegessen hat man früher auch die Wurzeln, die zuerst gekocht und dann gebraten wurden. Essbar sind auch die Blüten, und die jungen Blätter können im Salat mitgegessen werden. Die Römer verwendeten die Pflanze als Suppenkraut und zur Füllung von Spanferkeln. Bei Hungersnöten hat man die weiße mohrrübenähnliche Wurzel als Nahrung verwendet.

Eine Tinktur aus Malva sylvestris kann als empfindlicher Säure-Base-Indikator eingesetzt werden; bei Anwesenheit von Alkalien verfärbt sich die Tinktur blau. Auch in der Lebensmittelindustrie werden die Blüten zum Färben diverser Produkte genutzt. Farbstoffe aus den Blüten der Malve ergeben bei alaungebeizter Wolle einen Rosenholzton. 

Etwas Kurioses: Wollte man die Fruchtbarkeit einer Frau testen, so wurde empfohlen, mit deren Urin die Pflanze zu begießen. Wenn nach drei Tagen keine Anzeichen für Verdorrung erkennbar waren, konnte mit Kindersegen gerechnet werden. Verbreitet war auch der Aberglaube, dass man nach überreichlichem Genuss der Früchte Läuse bekommen würde.

 

 

Chinesischer Roseneibisch

Da die Malven eine eigene Pflanzengattung und auch eigene Familie bilden, ist eine systematische Vergehensweise sehr schwierig bzw. eigentlich unmöglich. Es folgt die große Familie des Hibiskus.

Der Hibiscus sinensis, bei uns allgemein als Hibiskus bekannt, auf Deutsch Eibisch, ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Malvengewächse mit mehr als 200 Arten laubwerfender und immergrüner Sträucher, Bäume, einjähriger und krautiger Stauden, die weit in den tropischen und subtropischen Regionen der Erde verbreitet und ursprünglich aus Asien stammen.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Mit Eibisch werden im Deutschen außer der Gattung Hibiskus auch die Gattungen Althaea und Abelmoschus (Bisameibisch) sowie die Art Echter Eibisch (Althaea officinalis) bezeichnet.

Hibiscus rosa-sinensisDie gestielten, einfachen Laubblätter sind bei manchen Arten gelappt. Es sind NebenblätterSchönmalve vorhanden. Die Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln, selten in Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Es ist meist ein Außenkelch vorhanden, der fünf oder mehr  Lappen aufweisen kann. Fünf Kelchblätter sind meist glockenförmig verwachsen. Die fünf Kronblätter können die unterschiedlichsten Farben aufweisen. Bei der Unterfamilie Malvoideae, z.B. die Schönmalve oder Abutilon pictum (Bild rechts) sind die Staubfäden der vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Die fünf Kronblätter überdecken sich in der Knospenlage gedreht; sie sind mit ihrer Basis ebenfalls mit der Columna verwachsen. Fünf Fruchtblätter sind zu einem Fruchtknoten verwachsen.

Auch pharmazeutisch werden die Hibiskus-Blüten eingesetzt und sind nicht giftig.  Verwendet werden die Hibiscus rosellazur Fruchtzeit geernteten, getrockneten Kelche  und Außenkelche von Hibiscus sabdariffa. Die darin enthaltenen Säuren wie z.B. Zitronensäure, Äpfelsäure, Weinsäure und Hibiscussäure  ergeben den säuerlichen Geschmack. Die enthaltenen  Anthohcyane  färben den Teeaufguss dunkelrot. In erster Linie werden sie daher als Korrigens für Geschmack und Aussehen eingesetzt. Indikationen wie Erkältungen, Kreislaufbeschwerden, Ekzeme, mildes Laxans sowie Appetitanregung sind nicht belegt, aber in der Volksmedizin weit verbreitet. Hibiskus verfügt ebenfalls über eine hohe Konzentration an Vitamin C und in Fernost sagt man ihm eine blutdrucksenkende Wirkung nach. Auch in der afrikanischen Volksmedizin wird Hibiskus als Tee eingesetzt.

Hibiscus sabdariffaDie rote Büte des  Hibiscus sabdariffa wird, wie auch andere Malven, häufig Hagebuttentee und anderen Früchtetees zugesetzt. Der Hibiskusblütentee ist nicht nur in Ägypten und im Sudan als Karkadeh, sondern auch in Mexiko, ein beliebtes Gtränk. Als Qualitätskriterium gilt, wenn die getrockneten Blüten möglichst dunkelrot und groß sind. Sie sind aromatischer, die hellen Blütenblätter sind dafür saurer. Der tiefrote Tee wird heiß oder kalt getrunken. In denHagebutten Ländern Ägypten und Sudan ist Karkadeh in traditionellen, einfachen Teehäusern neben schwarzem Tee und arabischem Kaffee, der häufig mit Ingwer versetzt wird, das wichtigste Standardgetränk. Im Sudan wird Karkadeh zumeist von Frauen an Straßenständen angeboten. In der vegetarischen Küche Südasiens  findet die Hibiscusblüte auch Verwendung in Currygerichten.

 

Bilder von der wunderbaren Gestaltvielfalt der Stempel und Staubblätter des Hibiskus

 

Zum besseren Verständnis ein allgemein-gültiger schematischer Aufbau einer Blüte mit  Ovarium, Staubblatt, Narbe und Griffel.

Stempel, Staubblatt mit -beutel und -faden

 

Sind die Hiskusblüten essbar? Aber ja! Wie viele andere essbare Blüten passen auch sie wunderbar in einen Salat. Hibiskusblüten sehen darin einfach bezaubernd aus und gehören eben nicht nur in den Tee. Ein Augenschmaus ist der bunte Salatteler mit Hibiskus-Frischkäsebällchen, mit Rukola und Hibiskusblüten garniert. Dazu kann ein fruchtiger Sektcocktail garniert mit Hibiskusblüten und Pfefferminzblättern gereicht werden.

 

Hibiskus-Blüten

 

MarshmallowMarshmallow ist eine Schaumzuckerware aus Zucker (etwa 75 %), Eischnee, Geliermittel sowie Aroma- und Farbstoffen. Ursprünglich wurden Marshmallows aus den Wurzeln des Echten Eibischs (Althaea officinalis) hergestellt. Ihr Name leitet sich von der englischsprachigen Bezeichnung marshmallow (deutsch: Marshmallow-HausSumpf-Malve) für diese Pflanze ab. Heute wird aus Kostengründen meist Gelatine als Geliermittel verwendet, es sind aber auch Marshmallows mit koscherem oder pflanzlichem Geliermittel (Agar, Carrageen) erhältlich sowie Produkte, die ganz auf Geliermittel verzichten (z. B. Marshmallow-Fluff). Im deutschsprachigen Raum ist die Süßware häufig unter der Produktbezeichnung Mausespeck oder Mäusespeck erhältlich.

Der Echte EEchter Eibischibisch ist eine Heilpflanze, die seit langer Zeit in Europa verwendet wird. Die Wurzeln des Eibischs sondern eine klebrige, weiße Substanz ab, die im nördlichen Europa vor der Verwendung von Gummi arabicum und ähnlichen klebenden Substanzen auch als Klebstoff verwendet wurde. Die medizinische Verwendung lässt sich mindestens bis ins 11. Jahrhundert Garteneibisch, Hibiscus syracus "speciosus"zurückverfolgen, als kandierte Stücke der Eibischwurzel als Mittel gegen Erkältungen eingesetzt wurden. Eibischwurzel wird sehr effektiv gegen Halsschmerzen und Reizhusten eingesetzt: Der Rachen wird mit den Schleimstoffen „ausgekleidet“ und der Hustenreiz dadurch gelindert. Auch bei kleineren Entzündungen im Magen können die Schleimstoffe vor der Magensäure schützen und so zur Heilung beitragen. Durch die enthaltenen Schleim-und Zuckerstoffe sind Zubereitungen aus Eibisch sehr dick und zähflüssig. So bleiben die Wirkstoffe länger am gewünschten Ort und können dort heilend wirken.

 

 

 Hibiskus-Blüten

 

In Indien heißt die Pflanze sapatthu-mal, was Schuhblume bedeutet ( sapatthu indisch = Schuh). Die Blütenblätter werden dort Aloma, die Tochter der Südseeverwendet, um die Schuhe zu putzen.Frauen am Strand,Paul Gaugin 1891

Anfang der Vierzigerjahre gab es in Hollywood einen echten Hibiskus-Hype. Filmstar  Dorothy Lamour  trug in den Filmen „Aloma, die Tochter der Südsee“ (1940) und „Der Weg nach Utopia“ (1944) Hibiskusblüten im Haar.

In Polynesien werden die Bastfasern der Hibiskuspflanze zum Flechten von Hula Röcken verwendet. Wer kennt nicht Rock-A-Hula-Baby  von Elvis Presley. Dass Hibiskus ein so feuriges, tropisches Image hat, während die Pflanze doch eigentlich aus gemäßigten, chinesischen Gebieten stammt, verdankt sie dem impressionistischen Maler Paul Gauguin. Er malte die Blüten häufig auf den Bildern, die er auf Tahiti schuf.


 

 

Stockrosen

Die Gewöhnliche Stockrose (Alcea rosea), auch Stockmalve, Garten-Pappelrose, Bauernrose oder Garten-Stockrose genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Stockrosen wiederum innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Viele Sorten werden als Zierpflanzen verwendet.

 

 

Stockrosen, viertes Bild rechts: Pappelrose

 

Die Blüten der Gewöhnlichen Stockrose werden vor allem von Hummeln angeflogen und bestäubt.

 

 

Hummel bei der Arbeit

 

Die Gewöhnliche Stockrose stammt möglicherweise vom Balkan oder aus Süditalien. Sie ist vermutlich eine Kulturhybride. Als Stammsippe wird die Blass-Stockrose vermutet.

 

4 schöne Stockrosen 

 

StockmalveDie Blütezeit reicht je nach Standort von Februar bis Oktober. Die Blüten Bauernrosestehen einzeln oder zu mehreren in den oberen Blattachseln und in einem endständigen ährenähnlichen Blütenstand. Die Tragblätter ähneln den Laubblättern. Die behaarten Blütenstiele sind etwa 5 Millimeter lang und verlängern sich bis zur Fruchtreife auf 8 bis 10 Millimeter. Die Blüten der Gewöhnlichen Stockrose werden vor allem von Hummeln angeflogen und bestäubt. Es gibt zahlreiche Sorten der Gewöhnlichen Stockrose mit einfachen und gefüllten Blüten in unterschiedlichen Farben. Sie wird verbreitet als Zierpflanze für Staudenbeete und Bauerngärten genutzt. Selten wird sie auch als Heil- und Färbepflanze angebaut.


 

Bisameibisch

  Ein Okra-Blüteweiterer Verteter der Malvengewächse ist der Okra-Feld Abelmoschus esculentusBisameibisch (Abelmoschus). Die Arten sind in subtropischen und tropischen Gebieten des südlichen und südöstlichen Asiens und im nördlichen Australien beheimatet. Die Bisameibisch-Arten sind ein-, zwei- oder mehrjährige krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 0,2 bis 4 m erreichen. Die Pflanzen sind oft behaart. Die Blüten stehen meist einzeln in den BlattachselnDie fünf intensiv gefärbten Kronblätter sind trichterförmigOkra-Schoten verwachsen.Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie). Es wird eine meist behaarte, 20 bis 50 mm lange Kapselfrucht (Okra) gebildet, die viele (30 bis 50) Samen enthält. Die Benennung geht zurück auf den moschusartigen Duft der Samenkörner. Die Okra ist eine der ältesten Gemüsepflanzen. Sie wurde schon vor mindestens 3000 Jahren von den Ägyptern an den Ufern des Nils kultiviert, angebaut wird sie aber wohl schon seit 4000 Jahren. Heute ist sie als Gemüsepflanze fast auf der ganzen Welt verbreitet. Beim Kochen gibt die Schote eine schleimige Substanz ab, die sich zum Eindicken von Gemüseeibisch, OKRASpeisen eignet. Hat man kein Interesse daran oder möchte man sogar auf die schleimige Substanz verzicOkraschotehten, kann man die Okras entweder fünf Minuten in Essigwasser blanchieren (vorher Spitze kappen und Stielansatz entfernen) und danach mit kaltem Wasser abschrecken oder vor der Verarbeitung ein bis zwei Stunden ganz in kaltem Zitronenwasser wässern. Getrocknete Okra-Stücke werden auch zum Binden von Ragouts oder Saucen benutzt, indem man sie einfach mitkochen lässt. Die reifen Samen der Früchte können auch geröstet gegessen oder als Kaffeeersatz verwendet werden.


 

 

Kakaobaum

Blüten des Kakaobaumes, ein Beispiel auch für KauliflorieAuch der Kakaobaum (Theobroma cacao) gehört zu der Familie der Malvengewächse (Gattung Theobroma). KakaobaumDiese Gattung umfasst rund 20 Arten: immergrüne Büsche und kleine Bäume, die im Unterholz der Regenwälder Lateinamerikas wachsen. Obwohl der Baum bis zu 15 Meter erreichen kann, wird er auf den Plantagen auf 4 Meter gestutzt. Die Blätter können an der Blattader bis zu 35 cm messen. Die fünfzähligen Blüten stehen direkt am Stamm (man nennt dies Kauliflorie). Die Früchte haben eine ledrige Schale, sind gelb bis rot, 15–20 cm lang und wiegen bis zu 500 g. Unter dieser äußerst harten Schale befinden sich in fünf Reihen angeordnet 30–60 weißliche Samen, die von einem weißen, süßen und schleimigen, sehr schmackhaften Fruchtfleisch (Pulpa) umgeben sind. Aus diesem wird in Brasilien frischer geöffnete Kakaofrucht mit SamenSaft (suco de cacao) gewonnen, der in Restaurants bestellt werden kann, er schmeckt süß und fruchtig. Aus den Samen, den Kakaobohnen, wird nach einem mehrstufigen Umwandlungsprozess Kakaomasse, Kakaopulver und Kakaobutter zur Herstellung von Schokolade gewonnen. Der Kakaobaum lässt sich nur unter bestimmten klimatischen Bedingungen kultivieren. Er trägt außerhalb 20° nördlicher und 20° südlicher Breite keine Früchte, braucht guten Boden und ausreichend Wasser; zudem verträgt er keine Temperaturen unter 16 °C aufgeschnittene Kakaofruchtund ist anfällig für Krankheiten und Pilze.

KakaofruchtDer für den optimalen Wuchs benötigte Schatten wird durch den Einsatz sogenannter Kakaomütter gewährleistet. Als Kakaomütter werden Bäume bezeichnet, die Kakaobäumen den Schatten spenden, den sie für das Gedeihen benötigen. Um ertragreich zu gedeihen, benötigen Kakaobäume neben ausreichend hohen Temperaturen und genügend Niederschlag auch sehr viel Schatten, da die Pflanzen empfindlich auf direkte Sonneneinstrahlung reagieren. Dafür werden per Mischbepflanzung die sogenannten Kakaomütter als Kakaofrucht, Bohnenschattenspendende Pflanzen eingesetzt. Bei jungen Kakaobäumen werden dazu zum Beispiel Guaven, Bananen- oder Maispflanzen verwendet, bei älteren Exemplaren kommen größere Pflanzen wie Mangobäume, Kokos- oder Ölpalmen zum Einsatz. Neben der Beschattung bieten die Kakaomütter außerdem einen Schutz vor Windbruch und verringern die Wuchshöhe der Kakaobäume, was die Ernte der Früchte erleichtert.

Da er zur Bestäubung auf Mücken und kleine Fliegen angewiesen ist, liebt er Schatten und verrottendes Laub. Während ein Baum tausende von Blüten hervorbringen kann, ist nur bei einem Bruchteil davon die Bestäubung erfolgreich. Von den sich entwickelnden Früchten werden darüber hinaus zahlreiche Früchte in frühen Stadien abgeworfen und nur einige Dutzend Früchte erreichen die Reife.


 

 

Baumwolle

rosa BaumwollblüteWie eingangs gesagt ist auch die Baumwollpflanze Gossypium) oder Baumwolle (engl. cotton, franz. coton)Baumwolle eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Es gibt etwa (20 bis) 51 Arten in den Tropen und Subtropen. Der Name „Baumwolle“ leitet sich von den Büscheln langer Fasern in den Früchten der Baumwollpflanze ab, welche die Ausbreitung der Pflanzensamen über größere Distanzen ermöglichen. Allerdings ist die Baumwollpflanze trotz des Namens kein Baum, sondern ein bis zu 6 Meter hoher Strauch. Viele Pflanzensamen tragen solche Samenhaare (auch Samenwolle), doch nur die der Baumwollpflanze werden zur Textilherstellung Gossypium-Kapselverwendet. Wie die tierischen Wollhaare dienen diese Pflanzenfasern als Grundlage zur Herstellung von Garnen, Geweben und Wirkwaren.

ernte-bereites BaumwollfeldDie kugelige oder ellipsoide Kapselfrucht öffnet sich bei Reife mit drei bis fünf Klappen. Die kugeligen Samen besitzen intensiv weiße, lange wollige Samenhaare. Im Samen, der giftig ist, befindet sich Gossypol,  ein gelb-rötlicher Farbstoff.  Gossypol ist in den Samen der Baumwollpflanze zu etwa 1,5 Prozent enthalten.

Gossypol ist Forschungsobjekt der Krebsforschung. Erste Laborversuche zeigten, dass Gossypol geöffnete Baumwollblütebestimmte Proteine in Krebszellen und damit deren Zellteilung blockiert. Besonders eine der Varianten zeigte gute Versuchsergebnisse.

In China wurde mit Gossypol bis in die 1970er-Jahre geforscht, um daraus ein Verhütungsmittel für Männer zu gewinnen. Da 20 % der Versuchspersonen dauerhaft unfruchtbar blieben, empfahl die WHO 1998, die Forschungen an der „Pille für den Mann“ mit Gossypol einzustellen.


 

Abutilon

Auch diese wunderschöne Malve, die zu recht als Schönmalve bezeichnet wird, gehört zur Familie der Schönmalve "A. pictum"Malvengewächse und besteht aus etwa 200 Arten. Diese auch als Zimmerahorn bekannten Malven sind meist verholzende Pflanzen: Halbsträucher, Sträucher oder kleine Bäume. Die meisten Arten stammen aus Südamerika und sind immergrün; einige Arten sind in den kühleren Abutilon pictumGebirgswäldern Chiles beheimatet und laubabwerfend.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf grünen, oft haltbaren Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die fünf meist gelben bis orangefarbenen, seltener roten (oft dunkler im Zentrum) Kronblätter sind an ihrer Basis verwachsen und bilden meist eine Glocke, selten ein Röhre (Abutilon pictum) – siehe Bild rechts. Bei ihnen haben die herabhängenden Blüten gelbe Schönmalveeinen aufgeblasenen Blütenkelch über einer Glocke aus fünf überlappenden Kronblättern. Bei der Unterfamilie Malvoideae sind die vielen Staubblätter zu einer den Stempel umgebenden Röhre verwachsen, der sogenannten Columna. Es sind fünf bis viele Zimmerahorn, SchönmalveFruchtblätter sind zu einem fünf- bis vielfächerigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtblatt sind zwei bis neun Samenanlagen vorhanden. Es sind fünf bis viele Griffeläste vorhanden.

In der Pflanzenheilkunde werden Wurzeln, Blätter und Samen genutzt. Ein Tee aus getrockneten Blättern hilft bei Ruhr und Fieber, ebenso die getrockneten und gemahlenen Samen.

 

 

Abutilon —————>  Hibiskus —————–> Beerenmalve

 

Aus Abutilon und Hibiskus ist Beerenmalve geworden

Aber Vorsicht bei frischen Blättern: Bisher ist nicht bekannt, welche Giftstoffe die Schönmalve enthält. Es ist jedoch erwiesen, dass empfindliche Menschen schon bei Hautkontakt mit Beschwerden reagieren. Die Haut entzündet sich und wirft Blasen. Halten Sie Schönmalven deshalb nur außer Reichweite kleiner Kinder und Haustiere, da ein Verschlucken der Pflanzenbestandteile noch schädlicher sein kann. Das gilt besonders im Winter, wenn die Pflanze im Haus überwintert werden muss. Beim Schneiden von Schönmalven sollten Sie grundsätzlich Handschuhe tragen.


 

 

Florettseidenbaum

Der Florettseidenbaum (Ceiba speciosa) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Ceiba in der Unterfamilie der Wollbaumgewächse (Bombacoideae) innerhalb der Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Er wird auch „Chorisie“ genannt. Er ist in Südamerika beheimatet und wird als Zierpflanze verwendet.

 

 

Blüte des Florettseidenbaumes Da sein dicker Stamm bei älteren Bäumen als FlorettseidenbaumWasserspeicher für die Trockenzeit leicht tonnenförmig angeschwollen ist, hat ihm seine Statur den spanischen Trivialnamen „palo borracho“ (direkt übersetzt etwa „betrunkener Baum“) eingetragen. Der Stamm ist mit spitzen Stacheln besetzt, die am Grunde warzenförmig aus der Rinde hervorbrechen. Die Rinde junger Bäume ist grün, bei alten Bäumen grau. Da die Bäume in der Trockenzeit oft monatelang blattlos sind, haben sie dann ein etwas skelettartiges Aussehen. Bei den mit Chorisia-Stachelneiner Länge von bis zu 20 cm und einem Durchmesser von etwa 5 cm etwas birnen- bis zapfenförmigen, korkartigen Kapselfrüchten platzen bei Reife auf und weiße, seidige Fasern quellen hervor. Die Samen werden ähnlich wie bei den Pappeln mit der Kapselwatte vom Wind verbreitet.

 

 

Ceiba speciosa - BlüteDie ca. 15cm cm großen Blüten des Florettseidenbaums sind wunderschön dunkelrosa bis lachsfarben gefärbt und mit einer feinen Zeichnung verziert. Zu Hunderten schmücken sie die Bäume in dem Moment, da sie im Herbst ihr Laub abwerfen. Die laublosen Kronen geben dann nicht nur den Blick frei auf die Blüten, sondern  auch  auf  die  dicken,  hellgrün  berindeten,  verdickten  Stämme, die mit kräftigen Stacheln

 

 

 

besetzt sind und ihnen ein echsenhaftes Aussehen geben. Einen schöneren Kontrast aus Rauheit und märchenhaft schönen Blüten können wir uns kaum vorstellen. Der Name „Chorisia“ geht auf den Künstler L.L. Choris zurück, der englische Name „silk floss tree“ auf die Früchte, in denen die Samen in seidenähnliche Wolle gehüllt sind.


 

  • Brachychiton
    • Brachychiton acerifolius

    • Brachychiton populneus

    • Brachychiton discolor

 

 

Brachychiton discolor  —  Brachychiton acerifolius  —  Brachychiton populneus

Die Gattung

Brachychiton

wird

h  i  e  r

genauer beschrieben


  • Kapmalve

Die Anisodontea capensis, auch Kapmalve genannt, ist eine weitere Gattung in der Reihe der Malvengewächse. Diese KapmalveGattung ist ein Halbstrauch, also eine eine ausdauernde Pflanze, die unten verholzt, deren Zweige der aktuellen Vegetationsperiode hingegen nicht Kapmalveverholzt sind. Dieser Halbstrauch steht in seinen Eigenschaften zwischen krautiger Pflanze und Strauch. Die nicht verholzten Pflanzenteile sterben am Ende der Vegetationsperiode ab. Der Neuaustrieb zu Beginn der Vegetationsperiode erfolgt aus den verholzten Pflanzenteilen. Blüten und Früchte sind meistens an den einjährigen Trieben.

Wir kennen viele Pflanzen als sogenannte Halbsträucher, vorwiegend aus dem Bereich der Gewürze. Hier einige Beispiele: Kapmalve, Bohnenkraut, Currykraut, Heidkraut, Echter Thymian, Rosmarin, Thymian, Zistrose, Lavendel.

KapmalveDiese Kapmalve wird auch Scheinmalve oder Echtes Fleißiges Lieschen genannt, hat aber mit dem gemein hin bekannten Fleißigen Lieschen nichts gemein. Dieses  Fleißige Lieschen (Impatiens walleriana) gehört zu der Gattung der Springkräuter in der Familie der Balsaminengewächse.

Die Kapmalve stammt aus Südafrika. Typisch für die Kapmalve sind die langen Staubfäden. Aber auch ihre zahlreichen rosa Blüten machen Eindruck. Die rosa Farbe der Blüten wird durch die dunklen Blattadern noch betont. Die lange Blütezeit macht sie als Terrassen- oder Balkonpflanze beliebt.

 


 

eine bunte Sammlung schöner Malven

 

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